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„Ede und Unku“ in der DorfScheune Prädikow

Ein Abend, der nach Wiederholung schreit

Es gibt Abende, bei denen man schon währenddessen spürt: Das hier ist etwas Besonderes. Und genauso einen Abend durfte ich gestern in der DorfScheune Prädikow erleben.

Gemeinsam mit dem Verein DorfScheune Prädikow e. V. durfte ich Gastgeber des Auftakts meiner Lesereihe zu „Ede und Unku“ sein. Ein Abend, auf den ich mich sehr gefreut hatte – und der am Ende noch viel schöner, persönlicher und lebendiger wurde, als ich es mir vorher vorgestellt hatte.

Im Mittelpunkt standen zwei Bücher und die Geschichte dahinter: „Ede und Unku“ von Alex Wedding, das viele noch aus DDR-Zeiten kennen, und „Ede und Unku – die wahre Geschichte“ von Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer.

Ich habe aus beiden Büchern einige ausgewählte Passagen gelesen. Ganz bewusst waren es an diesem Abend noch nicht viele, denn schließlich war dies erst der Auftakt meiner Lesereihe. Es sollte vielmehr darum gehen, eine Tür zu dieser Geschichte zu öffnen.

Nicht nur über Menschen sprechen, sondern mit ihnen

Janko Lauenberger hatte sich bereit erklärt, sehr persönlich von seinen eigenen Erfahrungen als Sinto zu erzählen und die Fragen unserer Gäste zu beantworten. Es ging um sein Aufwachsen, um Erfahrungen mit Vorurteilen und Ausgrenzung, um Familie und Identität – und natürlich auch um die Musik und die Frage, wie er selbst zu ihr gekommen ist.

Für mich waren gerade diese persönlichen Antworten besonders wertvoll. Denn plötzlich liest man nicht mehr nur über eine Geschichte. Da sitzt einem ein Mensch gegenüber, erzählt, erinnert sich, lacht und beantwortet Fragen, auf die kein Buch dieselbe Antwort geben könnte. Genau solche Begegnungen wünsche ich mir für meine Lesereihe.

Musik, die den ganzen Abend verbunden hat

Die Sinti Swing Band aus Berlin war von Beginn an Teil des Abends. Schon zwischen einzelnen Abschnitten der Lesung und unseres Interviews spielte die Band immer wieder Musik. Dadurch entstand eine wunderbare Atmosphäre: Worte, persönliche Erinnerungen und Musik wechselten sich ab und gehörten doch ganz selbstverständlich zusammen.

Nach der Lesung und dem Gespräch war der Abend noch lange nicht vorbei. Es folgte ein richtiges Konzert der Sinti Swing Band. Spätestens da wurde aus einer Buchveranstaltung endgültig ein gemeinsamer Abend voller Begegnung und Lebensfreude.

Suppe, Getränke und Zeit füreinander

Auch die vielen Dinge, die später auf keinem Veranstaltungsplakat stehen, haben diesen Abend besonders gemacht. Dank der großartigen Organisation des DorfScheune Prädikow e. V. wurden in der Pause Getränke ausgeschenkt und es gab Suppe, sodass niemand hungrig bleiben musste.

Und gleichzeitig entstand etwas mindestens ebenso Wichtiges: Zeit füreinander. Man stand zusammen, tauschte sich aus und kam miteinander ins Gespräch. Genau das macht für mich eine solche Veranstaltung aus: nicht nach dem letzten Satz sofort die Jacke anzuziehen und nach Hause zu fahren, sondern zu bleiben, zu reden, gemeinsam zu essen, zuzuhören und Menschen kennenzulernen.

Dieser Abend bekommt eine Fortsetzung

Am Ende blieb bei mir vor allem ein Gefühl zurück: Das müssen wir wiederholen.

Und tatsächlich gibt es bereits etwas, worauf ich mich besonders freue. Janko Lauenberger und ich haben vereinbart, dass er im kommenden Jahr wieder zu mir kommt. Dann soll es einen Kaminabend mit Janko Lauenberger geben.

Darauf freue ich mich schon jetzt sehr. Nach diesem ersten gemeinsamen Abend weiß ich, wie spannend, persönlich, nachdenklich und zugleich unterhaltsam ein Gespräch mit ihm sein kann. Bei einem Kaminabend werden wir noch mehr Zeit haben, miteinander zu reden, Geschichten zu hören und Themen zu vertiefen, für die bei einer einzelnen Veranstaltung nie genug Zeit bleibt.

Danke!

Mein Dank gilt Janko Lauenberger für seine Offenheit und dafür, dass er diesen Abend so persönlich gemacht hat. Danke an die Sinti Swing Band für die musikalischen Einlagen während unserer Lesung und unseres Gesprächs – und natürlich für das wunderbare Konzert im Anschluss.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den DorfScheune Prädikow e. V. für die gemeinsame Organisation, die Bewirtung unserer Gäste und all die Arbeit vor und hinter den Kulissen.

Ebenso danke ich der Sparkasse Märkisch-Oderland und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg für die finanzielle Unterstützung, durch die dieser Abend möglich wurde.

Vor allem aber danke ich unseren Gästen: fürs Kommen, fürs Zuhören, für die Fragen und Gespräche – und dafür, dass aus einer geplanten Veranstaltung ein Abend geworden ist, an den ich mich noch lange erinnern werde.

Eine Buchlesung, ein sehr persönliches Gespräch, gemeinsames Essen und schließlich ein Konzert – für mich war das genau die Art von Kultur und Begegnung, die wir brauchen.

Und wenn ich nach diesem Auftakt einen Wunsch äußern darf, dann ist es ein ganz einfacher: Mehr davon!

Spätestens beim Kaminabend mit Janko Lauenberger im kommenden Jahr sehen wir uns wieder.