
Deutsch-polnische Zusammenarbeit im Gespräch – Knut Abraham zu Gast in Bad Freienwalde

Wie steht es um die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen – und was können wir gerade in unserer Grenzregion für ein gutes Miteinander tun? Um diese und viele weitere Fragen ging es am Mittwochabend in der Konzerthalle St. Georg in Bad Freienwalde.
Zu Gast war Knut Abraham, Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit. Seit Mai 2025 nimmt er diese Aufgabe wahr. Ziel seiner Arbeit ist es unter anderem, die weitere Annäherung der deutschen und polnischen Gesellschaft zu unterstützen, gemeinsame Projekte voranzubringen und die Zusammenarbeit im Grenzraum zu stärken.
Ich hatte die Freude, den Abend als Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsch-Polnische Gesellschaften zu moderieren und Knut Abraham durch das Gespräch zu begleiten.
In einem offenen und persönlichen Austausch berichtete Knut Abraham zunächst über seinen beruflichen und persönlichen Werdegang. Dabei wurde deutlich, dass Polen und die mittel- und osteuropäischen Nachbarn Deutschlands ihn schon lange beruflich begleiten. Unter anderem war er von 2018 bis 2021 als Gesandter an der Deutschen Botschaft in Warschau tätig.
Ein Schwerpunkt des Abends waren die deutsch-polnischen Beziehungen in der Gegenwart. Knut Abraham sprach sowohl über die vielen verbindenden Elemente als auch über „Stolpersteine“ und Herausforderungen in der Zusammenarbeit.
Gerade für unsere Region entlang der Oder ist ein gutes Verhältnis zu Polen keine abstrakte außenpolitische Frage. Grenzüberschreitende Begegnungen, kommunale Partnerschaften, Wirtschaft, Tourismus und gemeinsame Projekte gehören für viele Menschen längst zum Alltag.
Auch seine Aufgaben als Koordinator der Bundesregierung stellte Knut Abraham vor und erläuterte, an welchen Stellen Politik und Zivilgesellschaft dazu beitragen können, bestehende Kontakte zu festigen und neue Verbindungen entstehen zu lassen.
Ein wichtiger Teil des Abends war der direkte Austausch mit dem Publikum. Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit gern, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen einzubringen und Hinweise mit auf den Weg zu geben. So entwickelte sich ein lebendiges und offenes Gespräch über Chancen, Schwierigkeiten und die Zukunft der deutsch-polnischen Nachbarschaft.
Gerade aus meiner Arbeit im Bundesverband Deutsch-Polnische Gesellschaften weiß ich, wie wichtig solche Begegnungen sind. Gute Nachbarschaft entsteht nicht allein auf Regierungsebene. Sie lebt von persönlichen Kontakten, gegenseitigem Interesse, Offenheit und von Menschen, die bereit sind, miteinander im Gespräch zu bleiben.
Ein herzlicher Dank gilt dem Oberbarnimer Kulturverein e. V. für die Organisation dieses informativen Gesprächsabends und für die Möglichkeit zu einem so direkten und intensiven Austausch.
Hinweis: Offizielle Amtsbezeichnung und biografische Angaben nach Informationen des Auswärtigen Amtes.